RLS Diagnose – Der Weg zur richtigen Erkennung
Die Diagnose des Restless Legs Syndroms kann herausfordernd sein, da es keine spezifischen Tests gibt. Hier erfahren Sie, wie RLS diagnostiziert wird und welche Untersuchungen sinnvoll sind.
Die klinische Diagnose
RLS wird hauptsächlich durch die Krankengeschichte und die typischen Symptome diagnostiziert. Ein erfahrener Arzt kann RLS oft bereits im Gespräch erkennen.
Die vier Diagnosekriterien
Für eine RLS-Diagnose müssen alle vier Kriterien erfüllt sein:
- Bewegungsdrang in den Beinen, oft begleitet von Missempfindungen
- Symptome beginnen oder verschlechtern sich in Ruhe
- Besserung durch Bewegung
- Symptome sind abends/nachts stärker als tagsüber
Das Arztgespräch
Im Gespräch wird der Arzt folgende Fragen stellen:
- Wie fühlen sich die Symptome an?
- Wann treten sie auf?
- Was verschlimmert sie, was lindert sie?
- Seit wann bestehen die Beschwerden?
- Gibt es RLS in der Familie?
- Welche Medikamente nehmen Sie ein?
- Wie ist Ihr Schlaf?
Beurteilungsskalen
Oft werden standardisierte Fragebögen verwendet, z.B.:
- IRLS-Skala (International RLS Severity Scale)
- RLS-6-Skala zur Verlaufsbeurteilung
Körperliche Untersuchung
Die körperliche Untersuchung dient vor allem dem Ausschluss anderer Erkrankungen:
- Neurologische Untersuchung: Reflexe, Sensibilität, Kraft
- Gefäßuntersuchung: Durchblutung der Beine
- Hautinspektion: Ausschluss von Hauterkrankungen
Laboruntersuchungen
Blutuntersuchungen helfen, behandelbare Ursachen zu finden:
Wichtige Blutwerte:
| Wert | Warum wichtig? |
|---|---|
| Ferritin | Eisenspeicher – sollte über 50-75 µg/l liegen |
| Eisen | Aktueller Eisenstatus |
| Transferrin-Sättigung | Eisentransport im Blut |
| Nierenwerte | Ausschluss von Nierenerkrankungen |
| Schilddrüsenwerte | Ausschluss von Schilddrüsenerkrankungen |
| Vitamin B12, Folsäure | Vitaminmängel |
| Blutzucker | Ausschluss von Diabetes |
Schlaflabor (Polysomnographie)
Eine Untersuchung im Schlaflabor ist nicht zwingend erforderlich, kann aber hilfreich sein:
Was wird gemessen?
- Beinbewegungen während des Schlafs (PLMS)
- Schlafstadien und Schlafqualität
- Atmung (Ausschluss von Schlafapnoe)
- Herzfrequenz
Wann ist ein Schlaflabor sinnvoll?
- Bei unklarer Diagnose
- Wenn andere Schlafstörungen vermutet werden
- Bei unzureichendem Therapieansprechen
Differentialdiagnosen
Folgende Erkrankungen können ähnliche Symptome verursachen:
- Polyneuropathie: Nervenschädigung mit Missempfindungen
- Venenleiden: Schwere, unruhige Beine durch Durchblutungsstörungen
- Muskelkrämpfe: Nächtliche Wadenkrämpfe
- Akathisie: Bewegungsunruhe durch bestimmte Medikamente
- Arthritis: Gelenkschmerzen
Primäres vs. Sekundäres RLS
Die Diagnose unterscheidet zwischen zwei Formen:
Primäres (idiopathisches) RLS
- Keine erkennbare Ursache
- Oft familiäre Häufung
- Meist früher Beginn (vor 45 Jahren)
Sekundäres RLS
- Ausgelöst durch andere Erkrankungen oder Mängel
- Häufige Ursachen: Eisenmangel, Nierenerkrankung, Schwangerschaft
- Oft behandelbar durch Beseitigung der Grundursache
Der richtige Arzt
Erste Anlaufstelle: Ihr Hausarzt
Spezialisten:
- Neurologe: Spezialist für Nervenerkrankungen
- Schlafmediziner: Bei ausgeprägten Schlafstörungen
- Spezialisierte RLS-Ambulanzen: In größeren Kliniken
Nach der Diagnose
Wenn RLS diagnostiziert wurde, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:
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